Der
Abend fing sehr seltsam an.
Nachdem ich zu Hause etwas Wein getrunken hatte, bin ich mit Stricky ins
Quartier gegangen. Wir kamen zwar ohne Probleme in den Saal, doch hinter
die Bühne wollte man nur mich lassen(laut Saalordner, weil einmal
Instrumente geklaut worden seien.) Stricky sollte draußen bleiben
und warten. Das war mir zu blöd, und so machte ich erst einmal vor
der Bühne die Interviews. Das erste Opfer meines Mikros war Rocko
Schamoni, und es ist eines der amüsantesten
Gespräche, die ich an diesem Abend hatte. Der Mann weiß,
was er will! Dann kam irgend so ein Weihnachtsmann auf die Bühne
und verkündete den Anfang:
Bad Ladies & the Wild Lovers. Wir haben uns sehr über diese Band
aufgeregt denn sie war schlecht (Höhepunkt: ein schüchternes
I'm going to San Franzisco). Dem Gros des Publikums hat es aber gefallen,
denn sie pogten von hier nach dort.
Mach diesem Auftritt machte ich im Bandbus mein Panhandle
Alks Interview. Am Ende der Befragung platzte der Sänger des
ersten Acts in den Bus. Als wir ihm sagten, daß seine Band schlecht
sei, offenbarte er sich als Fabsi, der Tourneeveranstalter vom Weserlabel.
Wir gratulierten ihm zu seiner gelungenen Tournee und sagten ihm, er solle
bitte nicht mehr singen. Dann gab es noch einen Disput über Geschmack
und die Weltlage(Fabsi bestand auf eine lobenswerte Erwähnung des
Busfahrers Peter, was ich hiermit tue) und wir verließen den Bus.
Bis zu dem nächsten Interview mit den goldenen Zitronen vertrieb
ich mir die Zeit mit Eddie und Isi, der mir auch Fotos von seinem Kind
zeigte. Dann gratulierten wir noch Klaus zum Geburtstag und ich ging hinter
die Bühne, um die Zitronen zu hinterfragen. Wie
im Interview berichtet, ein interessantes Ergebnis. Die Zitronen gingen
und ich hatte ein sehr nettes Gespräch mit Lars, dem Schlagzeuger
der "schlechten" Band. Zwischendurch kam Georg von den Panhandie
Alks herein und klagte über Lampenfieber. Aber alle anderen sagten,
daß sei immer so bei ihm.
Dann mußten sie auftreten, und ich konnte mich etwas ausruhen. Die
Ruhe genossen auch ein Schlafender von Rumble on the Beach und der Sänger
der Suurbiers. Zum Finale ging ich auf die Bühne. Hörte ich
da die Hymne "Korn, Bier, Schnaps und Wein, und wir hören unsere
Leber schrein?" Tatsächlich.
Nachdem ich noch von zwei Saalordnern tüchtig hin und herdirigiert
wurde, wobei ich fast von der Bühne fiel und das Konzert vorbei war,
bin ich nach Hause gegangen. Wie schon gesagt, ein seltsamer Abend.
|